Meisterschafts-Krimi in Zandvoort: Benjamin Mazatis kämpft bis zum letzten Saisonrennen um den Titel

Dünen – Dramatik – Dynamik. Das Saisonfinale des GT4 Central European Cup Anfang Oktober in Zandvoort war für Benjamin Mazatis ein Wechselbad der Gefühle. Auf dem niederländischen Traditionskurs nahe Amsterdam kämpften der Bruckmühler und sein Teamkollege Ilmari Korpivaara um den Titel im Pro-AM Cup. Nach einem äußerst turbulenten Rennwochenende beendete das Duo die Saison auf Meisterschaftsrang drei.

Mit lediglich zwei Punkten Rückstand zur Tabellenspitze waren die beiden Reiter Engineering-Piloten in das Finalwochenende gestartet. Während freier Tests am Donnerstag untermauerte Mazatis mit starken Rundenzeiten im KTM X-Bow GT4 die Titelambitionen und bestätigte seine Leistungen mit Rang zwei im Qualifying für den Samstagslauf. Das Rennen beendeten Mazatis und sein Teamkollege letztlich auf Rang vier in ihrer Klasse.

Im Sonntagslauf sollte die Entscheidung in der Meisterschaft fallen. Von Rang drei gestartet, standen die Chancen gut, bis ein Konkurrent Korpivaara von der Strecke drängte. Der KTM X-Bow GT4 berührte die Mauer, konnte aber weiterfahren und sogar wieder ein paar Positionen gutmachen. Der planmäßige Fahrerwechsel auf Mazatis drehte schließlich das Blatt für die Titelaspiranten. Eine Safety-Car-Phase half bei der Aufholjagd auf Rang drei. Da vor dem Bruckmühler nur Gaststarter unterwegs waren, lag das Duo rein punktemäßig auf Rang eins und damit auf Titelkurs. Nur wenige Runden vor Rennende jedoch das Aus aller Hoffnungen. Durch einen Folgeschaden des Unfalls am Rennanfang verlor Mazatis die Kontrolle über sein Auto und stoppte ebenfalls in der Mauer. Nach einem Reparaturstopp überquerte er zwar noch die Ziellinie, die Meisterschaft war aber außer Reichweite.

Drei Fragen an Benjamin Mazatis

Mit Rang zwei in deinem Qualifying hast du den Grundstein für ein tolles Wochenende gelegt…
Es war unser bestes Qualifying-Ergebnis der Saison und ich war wirklich zufrieden damit, denn gegen den Porsche an der Spitze war es das Maximum. Unser Auto war einfach nur mega und es war ein ganz besonderes Gefühl, aus der ersten Reihe zu starten. Das Rennen selbst war etwas schwierig. Mein Start war gut, einen Maserati mit mehr Power von hinten konnte ich jedoch nicht halten. Durch eine Ölspur vor mir konnte ich auch den Vorteil auf der Bremse nicht ausspielen und so ging der Teamkollege unseres Meisterschaftskonkurrenten vorbei und hat alles blockiert. Ilmari musste sich ebenfalls noch einem Gegner geschlagen geben und so wurden wir Vierte. Das war letztlich nicht so dramatisch, denn uns war klar, dass es auf einen ultimativen Showdown am Sonntag hinauslaufen würde.

Für dieses Finale seid ihr mit Startplatz drei gut aufgestellt gewesen. Erkläre bitte aus deiner Sicht, wieso es am Ende nicht geklappt hat?
Wir hatten uns sehr gute Chancen ausgerechnet, durch unsere ausgeglichene Fahrerpaarung am Ende vorne zu liegen. Ilmari hatte einen super Start und konnte Platz drei behaupten. Leider hat ihn auf der Geraden der Teamkollege unseres Meisterschaftskonkurrenten in die Leitplanke geschickt. Dafür hat dieser zwar eine Durchfahrtsstrafe bekommen, aber wir waren mit krummer Lenkung am Ende des Feldes. Dass ich durch den gut getimten Fahrerwechsel kurz vor dem Safety Car schließlich auf Rang drei lag, konnte ich zunächst gar nicht fassen. Wir waren vor unseren Konkurrenten und plötzlich wieder Top-Favorit auf den Titel. Alles lief in die richtige Richtung, bis das Auto beim Herausbeschleunigen aus der vorletzten Kurve plötzlich ausbrach. Ich hatte keine Chance, es abzufangen, und bin einfach in die Leitplanke eingeschlagen. Wir vermuten alle einen Folgeschaden nach Ilmaris Einschlag in die Mauer zu Beginn des Rennens. Ich bin nochmals an die Box und zwei Runden vor Ende mit geflicktem Auto wieder raus. Wir wollten die Saison nicht mit einem Ausfall beenden und so haben wir jedem gezeigt, dass wir niemals aufgeben!

Platz drei in der Meisterschaft ist ein tolles Ergebnis. Kannst du das mittlerweile schon erkennen, oder überwiegt die Enttäuschung?
Im Moment steht ganz klar der verlorene Titel im Vordergrund. Wir hatten alle Chancen und die Hoffnung wurde von einer Sekunde auf die andere zerstört. Die Meisterschaft war zum Greifen nah und jetzt sind wird knapp geschlagen nur Dritte. Es wird sicher noch etwas brauchen, bis ich erkenne, dass Rang drei in dieser Meisterschaft eine wirklich starke Leistung ist, auf die ich stolz sein kann. Ich hätte den Erfolg auch all unseren Jungs bei Reiter Engineering gewünscht. Das Team hat die gesamte Saison so hart gearbeitet und ist am Ende nicht dafür belohnt worden.