Benjamin Mazatis: Die Atmosphäre war gigantisch

Aufregender Saisonstart für Benjamin in der neuen ADAC Formel 4. Am ersten Rennwochenende des Jahres (24.-26. April) startete Benjamin mit seinem Team kfzteile24 Mücke Motorsport in das Abenteuer Formel-Rennsport. Vor 20.000 Zuschauern am gesamten Wochenende sammelte der Formel-Rookie wertvolle Erfahrung am Steuer des 160 PS starken ADAC Formel 4-Boliden.

Benjamin, dein erstes Rennwochenende in der neuen ADAC Formel 4 liegt hinter dir. Was bleibt dir besonders in Erinnerung?
Zunächst einmal natürlich die unglaublich gute Stimmung hier in Oschersleben. Die Atmosphäre war gigantisch. Es waren so viele Fans auf den Tribünen. Für einen jungen Fahrer wie mich war das etwas ganz Besonderes. Das werde ich so schnell nicht vergessen – vor allem, weil es ja mein erstes Rennwochenende im Formelsport war.

Gibt dir die Atmosphäre auch einen zusätzlichen Push im Cockpit?
Nein, das blendet man als Fahrer im Auto aus. Man hört dann nur nach dem Rennen von den Betreuern, was alles los war. Aber das ist schon der Wahnsinn. Erst recht, weil das Wochenende für uns auch gut begonnen hat. Wir haben uns im Qualifying im Vergleich zum Freien Training noch einmal gesteigert. Leider habe ich ein bisschen Zeit in der letzten Kurve verloren – sonst wären wir vielleicht von Platz acht gestartet und hätten dann auch im zweiten Rennen eine bessere Ausgangsposition gehabt. Aber gut, so ist es nun mal – es war mein erstes Rennen und das gehört auch dazu, Erfahrung zu sammeln.

Im zweiten Rennen hat nach dem Re-Start deine Vorderachse blockiert und du hast dich auf der Start-/Zielgeraden gedreht und bist direkt weitergefahren. Das war ein Topmanöver. Was denkst du in so einem Moment?
Das ist einfach Intuition. Da denkt man nicht viel nach, weil der Sport so schnell ist. Bis du da anfängst zu denken, ist es schon vorbei. Als ich querstand, habe ich natürlich befürchtet, dass die nachkommenden Fahrzeuge vielleicht in mich hineinfahren könnten, aber dann merkte ich, dass auch sie bremsten und reagierten. Dann habe ich sofort wieder die Gänge runtergeschaltet und bin einfach weitergefahren. Mein Auto lag einfach gut. Ich konnte danach noch einige Autos überholen und mich wieder durchs Feld arbeiten.

Du musstest schon an deinem ersten Rennwochenende auf viele Dinge achten – etwa auf die Reifen. Wie gehst du da heran?
Es ist so: Wenn du im Verkehr fährst, dann kannst du nicht so fahren wie im Qualifying. Dann hast du nicht den ersten Peak. Dann ist die Gefahr für stehende Räder natürlich. Als Fahrer konzentrierst du dich aber auf deinen eigenen Stiefel, dass du auf der Strecke bleibst, schaust, was vor dir passiert. Du musst reagieren und erst dann kommen die Reifen. Aber sicherlich weicht man eher vom Crash aus und zerstört sich die Reifen, statt gleich neben der Strecke zu landen.

Hast du im Verlauf des Wochenendes schon gemerkt, dass du mehr Erfahrung gesammelt hast und du die Dinge dadurch anders angehst?
Ja schon, gerade beim Start. Meine beiden ersten Starts waren beide sehr gut, aber dann auf Kurve eins zu war ich ein wenig zurückhaltender, weil ich mir gedacht habe: Lieber eine Position verlieren, dafür aber das Auto im Rennen behalten. Und dann kann ich sie mir nachher eh wieder zurückholen, weil ich wusste, dass ich verdammt schnell war. Von daher hatte ich das Selbstvertrauen, dass ich mir jede Position wieder zurückholen kann, die ich am Start vielleicht verliere.

Du sprichst Selbstvertrauen an, gleichzeitig wird vor allem beim ersten Start auch eine gute Portion Aufregung dabei gewesen sein, oder?
Es war nicht ganz einfach. Ich habe ja, weil die Rennstrecke abschüssig ist, auch noch auf die Bremse treten müssen, damit das Auto nicht von alleine losrollt. Wir haben das in der Formation Lap ausprobiert. Ich war mir aber nicht sicher, wie viel ich auf die Bremse gehen musste. Am Start selbst war ich weniger aufgeregt. Da konzentriere ich mich nur auf die Startampel und darauf, was meine Füße machen – und dann geht’s los.