Benjamin Mazatis meistert schwierigste Bedingungen beim VLN-Finale

Zwei legendäre Rennstrecken innerhalb von sechs Tagen. Zwei Herausforderungen mit Bravour gemeistert. Hinter Benjamin Mazatis liegen aufregende Tage. Am vergangenen Montag hatte der 18-Jährige die Chance, einen Porsche Carrera Cup-Test in Hockenheim zu absolvieren, bevor es nur wenige Tage später zum VLN-Rennen auf die legendäre Nürburgring-Nordschleife ging.

Beim Finale der VLN Langstreckenmeisterschaft wurde die ‘Grüne Hölle’ ihrem Ruf zu 100 Prozent gerecht. Der berühmte Eifelkurs bot teils schwierigste Bedingungen für die 132 Starter des Vierstunden-Rennens. Eine besondere Herausforderung für Mazatis, der erst sein zweites Rennen überhaupt in dieser Serie bestritt. Mit seinem Pixum Team Adrenalin Motorsport startete er im BMW M235i zusammen mit Andreas Winkler und Christoph Magg.

Im Qualifying öffnete der Himmel seine Schleusen und machte das Fahren selbst für sehr erfahrene Piloten zur großen Herausforderung. Mazatis entschied sich für eine sichere Herangehensweise und arbeitete sich langsam an das Limit heran. Lediglich zwei Runden standen ihm zur Verfügung und die daraus entstandene Rundenzeit musste sich hinter denen seinen erfahrenen Teamkollegen nicht verstecken.

Das Trio startete das Rennen auf Startplatz zwölf der CUP5-Klasse und arbeitete sich stetig nach vorne. Mazatis übernahm den BMW M235i für den Mittelstint und präsentierte sich routiniert. Da die Strecke schneller als erwartet abtrocknete, musste der Bruckmühler nach nur zwei Runden von Regenreifen auf Slicks wechseln. Durch den zusätzlichen Stopp wurde die Mannschaft wieder zurückgeworfen. Das Rennen beendete der BMW M235i mit der Startnummer #668 auf Rang elf in seiner Klasse.

4 Fragen an Benjamin Mazatis

Herzlichen Glückwunsch zu deiner Feuertaufe auf der regennassen Nordschleife. Beschreibe die Bedingungen bitte aus deiner Sicht.
Auf meinem Stint war es nicht richtig trocken und nicht wirklich nass. Die Strecke war sehr schmierig und zudem waren gefühlt überall Öl und andere Dinge. Das waren definitiv keine einfachen Bedingungen. Ich habe mir von meinen Teamkollegen ein paar Tipps geholt, wo ich besser vorsichtig fahren sollte. Auf der Nordschleife ist es wichtig, einen kühlen Kopf zu bewahren. Es bringt nichts, wie verrückt zu pushen und einen Unfall zu riskieren. Deshalb habe ich mich langsam herangetastet und Stück für Stück mehr Erfahrungen im Regen gesammelt.

Ihr wart auf dem Weg zu einem guten Ergebnis, musstet allerdings zu einem zusätzlichen Stopp abbiegen. Wie kam es dazu?
Die Mischbedingungen haben die Reifenentscheidung wirklich schwierig gemacht. Zwei andere Autos unseres Teams hatten zuvor bereits gestoppt und auf Trockenreifen gewechselt. In der Vergangenheit war ich immer sehr stark mit Slicks auf abtrocknender Strecke, deshalb war ich sehr optimistisch. Die anderen Piloten meinten allerdings, dass es noch sehr schwierig auf der Strecke ist. Deshalb entschied mein Team, lieber auf Sicherheit zu spielen und bei unserem Auto nochmals Regenreifen aufzuziehen. Diese Wahl war zunächst wirklich die schnellere, aber bereits nach zwei Runden war es so trocken, dass ich die Reifen kaum mehr abkühlen konnte und wir mussten einen zusätzlichen Stopp auf Slicks einlegen. Das hat uns wohl rund drei Minuten gekostet und war durch zahlreiche Gelb- und Code60-Phasen nicht mehr aufzuholen.

Wie zufrieden bist du generell mit deinem zweiten VLN-Auftritt?
Beim reinen Blick auf das Ergebnis bin ich natürlich nicht vollkommen glücklich. Ohne den zusätzlichen Boxenstopp wäre deutlich mehr möglich gewesen. Die Sicherheitsentscheidung des Teams war aber absolut nachvollziehbar. Mit meiner fahrerischen Leistung bin ich sehr zufrieden. Ich habe es geschafft, das Auto trotz der schwierigen Bedingungen ans Limit zu bringen und mir sind keine Fehler unterlaufen. Natürlich fehlen auf der Nordschleife noch ein paar Prozent, denn diese Rennstrecke erfordert Erfahrung – und genau die werde ich noch sammeln!

Wir müssen noch einen Blick zurück werfen. Du wurdest von Porsche eingeladen, einen Test im Porsche Carrera Cup, einem deutschen GT3-Markenpokal, zu absolvieren. Wie ist es gelaufen?
Zunächst einmal möchte ich mich natürlich bei Porsche für diese tolle Möglichkeit bedanken! Es hat riesengroßen Spaß gemacht und ist super gelaufen. Die erste meiner beiden Sessions habe ich dazu genutzt, um das Auto kennenzulernen und meinen Fahrstil anzupassen. In der zweiten Session hieß es dann Vollgas! Leider konnten wir die Rundenzeiten aus dem Carrera Cup-Rennen am Vortag nicht als Referenz nehmen, da wir auf der Motorrad-Strecke ohne die Spitzkehre gefahren sind. Im Vergleich zu den anderen Piloten waren meine Rundenzeiten aber sehr stark.