Benjamin Mazatis: Ich lerne mit jedem gefahrenen Kilometer dazu

Benjamin Mazatis: Ich lerne mit jedem gefahrenen Kilometer dazu

Benjamin, was hast du an deinem zweiten Rennwochenende in der ADAC Formel 4 gelernt?

Eine ganze Menge! Schließlich lerne ich mit jedem gefahrenen Kilometer dazu in meiner ersten Saison im Formelsport. Nach dem Qualifying und dem frühen Ausfall im ersten Rennen nach einer unverschuldeten Kollision hätte ich den Kopf schon mal gern kurz in den Sand gesteckt. Aber ich habe mir gesagt: abhaken, weitermachen. In den folgenden beiden Rennen habe ich dann zusammen 13 Plätze gutgemacht. Das zeigt, dass es durchaus nach vorn gehen kann. Nur an meiner Qualifying-Performance muss ich noch arbeiten. Aber ich habe ein gutes Team um mich herum und bin sicher, dass es nächstes Mal schon besser klappt.

Das Qualifying ist einer der Erfolgsschlüssel in der ADAC Formel 4. Was ging am Red Bull Ring schief?

In den ersten Runden lief es richtig gut bei mir. Leider konnte ich meine Rundenzeiten zum Ende hin aber nicht mehr so sehr verbessern wie einige meiner Konkurrenten. Mit meinen Sektorenzeiten war ich relativ zufrieden – nur gelang es mir nicht ganz, den Speed auf der kompletten Runde abzurufen. Die einzelnen Sektoren zählen letztendlich nicht, zeigen mir aber, dass ich weiter vorn hätte stehen können. Leider musste ich meist ohne den Windschatten eines Vordermannes auskommen, was mich einige Zehntel kostete. Daran müssen wir in Zukunft noch arbeiten.

Nach dem schwierigen Qualifying musstest du die Rennen aus dem hinteren Feld in Angriff nehmen. Wie war das in einem Starterfeld mit knapp 40 Autos?

Wenn man von den hinteren Plätzen losfährt, geht es vor allem darum, einen guten Start hinzulegen heil durch die ersten Kurven zu kommen. Das ist mir in allen drei Rennen wirklich gut gelungen – auch im ersten Lauf kam ich sehr gut vom Fleck, bis mir mein Hintermann dann ins Heck fuhr und mein Auto zerstörte. Im chaotischen dritten Rennen mit zwei Rennabbrüchen verbesserte ich mich um acht Plätze. Hätte das Rennen länger gedauert, wäre ein besseres Ergebnis drin gewesen. Am Red Bull Ring hat es zwar leider nicht für Punkte gereicht, aber die Ergebnisse spiegeln nicht meine Performance wieder. Das gibt mir eine Menge Selbstvertrauen.

Hunderttausende Fans konnten deine drei Rennen am Wochenende live bei Sport1 im Fernsehen mitverfolgen. Was war das für ein Gefühl?

Das Interesse an der ADAC Formel 4 ist enorm. Davon profitieren natürlich auch wir Fahrer. Es macht mich schon etwas stolz, von Freunden und Bekannten zu hören, dass sie mich live im Fernsehen gesehen haben. Dadurch bin ich noch motivierter, gute Ergebnisse und Punkte einzufahren. Hier am Red Bull Ring waren einige meiner Freunde aus der Heimat zu Besuch und haben mich von den Tribünen aus angefeuert. Das war eine tolle Sache und ich möchte mich für die Unterstützung bedanken.

In zwei Wochen geht es für dich auf der legendären Strecke von Spa-Francorchamps weiter. Was rechnest du dir beim Rennwochenende in Belgien aus?

Im vergangenen Jahr habe ich zum ersten Mal in Spa getestet und die Strecke hat mir von Beginn an Spaß gemacht. Ich rechne mir dort einiges aus. Schnelle Kurven kommen meinem Fahrstil entgegen, deshalb sollte mir Spa eher liegen als der Red Bull Ring. Beim Saisonauftakt in Oschersleben war ich vor allem in den anspruchsvollen Kurven, wie der Triple oder dem Schöller-S, sehr schnell unterwegs. Und Mutkurven gibt es in Spa ja ausreichend…